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Helen Ahlert:

Der Verfahrensbeistand nach § 158 FamFG

Eine vergleichende Studie zum Interessenvertreter nach altem und neuem Recht unter besonderer Berücksichtigung der verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen

1. Auflage 2010  Verlag Peter Wiehl  ISBN 3-927219-33-9   188 S.   EUR 45,00

Nachdem das Bundesverfassungsgericht 1986 entschieden hatte, dass für minderjährige Kinder in gerichtlichen Verfahren ein Ergänzungspfleger zu bestellen ist, wenn die Eltern nicht geeignet erscheinen, deren Interessen wahrzunehmen, hat der Gesetzgeber im Rahmen der Kindschaftsrechtsreform 1998 mit § 50 FGG den Verfahrenspfleger neu eingeführt. Diese Verfahrenspflegschaft wurde 2009 durch § 158 FamFG ergänzt und in eine Verfahrensbeistandschaft umbenannt.

Die vorliegende Arbeit untersucht erstmals umfassend und systematisch die für die Rechtspraxis sehr bedeutsame Thematik und beschränkt sich nicht auf die Beantwortung einzelner Aspekte. Sie zeichnet die historische Entwicklung der Regelung nach und arbeitet die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen heraus. So verdeutlicht sie das Spannungsverhältnis zwischen dem verfassungsrechtlich garantierten Elternrecht, den Grundrechten des Kindes und dem staatlichen Wächteramt. Auf dieser Grundlage werden die zahlreichen Streitfragen beantwortet, die sich nach wie vor um das Rechtsinstitut der Verfahrensbeistandschaft als Ausprägung des staatlichen Wächteramtes ranken.

Die Autorin war von 2004 bis 2010 an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum insbesondere im Bereich der Konzipierung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge tätig. Seit August 2010 lehrt sie als Professorin für Sozialrecht am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Fachhochschule Kiel.

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